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Nach Jackson Hole: Wie geht es an den Märkten weiter? 31/08/2026

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Nach Jackson Hole: Wie geht es an den Märkten weiter? 31/08/2026

Marktüberblick

Die US-Aktienmärkte schlossen am Freitag niedriger, nachdem Fed-Chef Kevin Warsh sich beim Notenbanktreffen in Jackson Hole vorsichtig zur Inflation äußerte. Dennoch beendeten alle drei wichtigen Indizes die Woche im Plus.

Der S&P 500 gab um 0.3% auf 7,711.76 nach, während der Nasdaq Composite um 0.5% auf 26,402.42 fiel, da Schwäche bei Halbleiterwerten wie Nvidia (NVDA) und Intel (INTC) den Technologiesektor belastete. Der Dow Jones Industrial Average veränderte sich kaum und schloss bei 53,559.99.

Trotz des Rückgangs am Freitag legte der S&P 500 auf Wochensicht um 0.5% zu, der Nasdaq stieg um 0.9%. Auch der Dow gewann 0.5% und beendete damit eine zweiwöchige Verlustserie.

In Jackson Hole widersprach Warsh der Vorstellung, dass die zuletzt schwächeren Inflationsdaten eine entscheidende Verbesserung des zugrunde liegenden Preisdrucks signalisieren. Seine Äußerungen bestärkten die Erwartung, dass die Fed bei den Zinsen vorsichtig bleiben wird, bis die Entscheidungsträger überzeugendere Belege dafür sehen, dass die Inflation nachhaltig zurückgeht.

Auch Unternehmenszahlen sorgten für einzelne Kursbewegungen. Gap (GAP) sprang trotz durchwachsener Quartalszahlen um etwa 13%, nachdem eine neue Führung für das Old-Navy-Geschäft angekündigt wurde. Marvell Technology (MRVL) hingegen verlor mehr als 10%, nachdem der Ausblick auf die Bruttomarge im laufenden Quartal die Anleger enttäuschte.

Geopolitische Risiken rückten am frühen Montag wieder in den Fokus, nachdem die USA iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak in der Straße von Hormus angegriffen hatten, was Sorgen vor einer erneuten Eskalation in der Region schürte. Die Ölpreise schossen daraufhin nach oben: WTI-Rohöl legte um mehr als 2% auf rund $85 je Barrel zu, Brent näherte sich der Marke von $90.

Der Fokus richtet sich nun auf einen vollen Wirtschaftskalender, dessen Höhepunkt der US-Arbeitsmarktbericht für August am Freitag ist. Auch die Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor werden genau beobachtet, um neue Hinweise auf die Stärke der US-Wirtschaft und den nächsten Schritt der Fed zu erhalten.

Warshs restriktiver Kurswechsel erhöht Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September

Die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole fiel restriktiver aus, als die Märkte erwartet hatten. Das veranlasste Anleger, ihre Wetten auf eine weitere Zinserhöhung zu erhöhen, da die Fed ihren Fokus klar auf die Inflation gerichtet hält.

Fed-Funds-Futures implizieren nun eine Wahrscheinlichkeit von rund 60% für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt im September, gegenüber rund 56% am Freitag. Die Deutsche Bank erwartet einen noch aggressiveren Kurs und prognostiziert zwei Zinsschritte von je 25 Basispunkten bis zum Jahresende, im September und im Dezember.

Warsh betonte das Bekenntnis der Fed, die Inflation auf ihr Ziel von 2% zurückzuführen, und deutete an, dass die Entscheidungsträger die Zinsen möglicherweise weiter straffen müssten, sollte die Disinflation nicht schnell genug voranschreiten. Seine Einschätzung, dass die US-Wirtschaft widerstandsfähig bleibt, schwächte zudem das Argument für kurzfristige Zinssenkungen.

Die Märkte dürften nun noch sensibler auf eingehende Inflations- und Arbeitsmarktdaten reagieren. Einige Strategen bleiben skeptisch, ob die wirtschaftlichen Bedingungen eine weitere Zinserhöhung rechtfertigen, und verweisen auf schwächere Beschäftigungsindikatoren und die jüngste Verbesserung der Inflationsdaten.

Warshs geldpolitische Haltung könnte auch zu Spannungen mit dem Finanzministerium führen. Seine Präferenz, kurzfristige Zinsen als wichtigstes geldpolitisches Instrument der Fed einzusetzen, steht im Gegensatz dazu, dass das Finanzministerium seine Käufe länger laufender Staatsanleihen ausweitet, um den Druck auf die langfristigen Renditen zu verringern.

Der restriktive Kurswechsel spiegelte sich am Montag bereits in den globalen Märkten wider: Asiatische Aktien gaben nach, und Gold zog sich zurück, da höhere Zinserwartungen den Dollar stärkten.

Da die Septembersitzung zunehmend als ernsthaft in Betracht gezogene Entscheidung gilt, könnten die Wirtschaftsdaten dieser Woche — insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht für August am Freitag — eine wichtige Rolle dabei spielen, ob die Fed Warshs Rhetorik mit einer weiteren Zinserhöhung folgen lässt.

Aktien im Fokus

  • PayPal (PYPL): Die Aktie brach um fast 16% ein, nachdem einem Bericht zufolge Advent und Stripe ihre Bemühungen um eine Übernahme des Zahlungsdienstleisters aufgegeben hatten. Damit endeten Spekulationen über einen der größten fremdfinanzierten Übernahmedeals.
  • Affirm (AFRM): Die Aktie sprang um 13%, nachdem der Umsatz im vierten Geschäftsquartal von $1.17 Milliarden die Erwartungen übertraf. Der Anbieter von Buy-now-pay-later-Diensten gab zudem einen stärker als erwarteten Umsatzausblick für das erste Quartal ab.
  • Marvell Technology (MRVL): Die Aktie fiel um fast 8%, da Anleger sich auf den schwächeren Margenausblick konzentrierten. Der Chiphersteller erwartet für das laufende Quartal einen bereinigten Gewinn von etwa $1.10 je Aktie, leicht über dem Konsens, während die Prognose zur Bruttomarge auf oder unter den Erwartungen lag.
  • Rubrik (RBRK): Die Aktie fiel um mehr als 5%, obwohl Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal die Erwartungen übertrafen. Anleger richteten ihr Augenmerk auf eine bereinigte Bruttomarge von 81%, die unter dem Konsens von 81.7% lag.
  • Autodesk (ADSK): Die Aktie gab um fast 4% nach, nachdem der Gewinnausblick die Wall Street enttäuschte. Das Unternehmen erwartet für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von $3.04 bis $3.09 je Aktie, unter dem Konsens von $3.14.

Beobachtungsliste: XOM, COIN, MSTR, NVDA, META, GOOGL, WDC, SNDK, PYPL, MRVL

Wichtige Wirtschaftsereignisse heute

Wirtschaftsdaten (EST)

Heute keine wichtigen Wirtschaftsnachrichten.

Quartalszahlen

Vor Markteröffnung: Science Applications International Corp. (SAIC), So-Young International (SY), LexinFintech Holdings (LX)

Nach Börsenschluss: Cango Inc. (CANG), Pyxis Tankers (PXS)

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