Oracle-Zahlen läuten eine verkürzte Handelswoche ein 08/09/2026

Marktüberblick
Die US-Aktienmärkte schlossen am Freitag niedriger, nachdem ein deutlich stärker als erwarteter Beschäftigungsbericht für August die Erwartungen wiederbelebte, dass die Federal Reserve die Zinsen auf ihrer Sitzung im September anheben könnte.
Der Dow Jones Industrial Average fiel um 272 Punkte bzw. 0.5% auf 53,414.25. Der S&P 500 gab um 0.4% auf 7,718.60 nach, während der Nasdaq Composite um 0.3% auf 26,506.99 nachgab.
Die US-Wirtschaft schuf im August 162,000 neue Stellen, mehr als das Dreifache der von Ökonomen erwarteten 53,000. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4.1%, während die Beschäftigungszahlen für Juni und Juli nach oben revidiert wurden.
Die Renditen von Staatsanleihen schnellten nach der Veröffentlichung des Berichts in die Höhe, wobei die Rendite zweijähriger Anleihen den höchsten Stand seit Januar 2025 erreichte. Fed-Funds-Futures preisten daraufhin eine Wahrscheinlichkeit von 58% für eine Zinserhöhung im September ein, gegenüber rund 49% am Vortag.
Die stärkeren Arbeitsmarktdaten rücken die anstehenden Inflationszahlen noch stärker in den Fokus. Da Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole einen restriktiven Ton beibehielt, könnten Anzeichen einer anhaltend hohen Inflation die Argumente für eine weitere Anhebung der Kreditkosten stärken.
Tesla (TSLA) gehörte zu den auffälligsten Verlierern und verlor mehr als 6%, nachdem der mit Spannung erwartete Cybercab-Launch bei einigen Wall-Street-Analysten Zweifel an der Strategie und den Aussichten des Unternehmens aufkommen ließ.
Der Fokus richtet sich nun auf die Inflationsdaten dieser Woche, die das nächste wichtige Signal für die Fed vor ihrer geldpolitischen Sitzung am Sept. 15-16 liefern könnten. Auf der Gewinnfront gehören Oracle (ORCL) und Adobe (ADBE) zu den großen Technologiewerten, die am Donnerstag nach Handelsschluss ihre Zahlen vorlegen.
Trumps Handelsdrohung setzt die Fed-Debatte zusätzlich unter Druck
Präsident Donald Trump verstärkte nach dem stärker als erwarteten Arbeitsmarktbericht vom Freitag den Druck auf die Federal Reserve und drohte, den Handel mit Ländern zu stoppen, die Handelsüberschüsse gegenüber den USA aufweisen, sofern die Zinsen nicht gesenkt würden.
Die Märkte nahmen die Äußerungen weitgehend gelassen hin; unmittelbare Auswirkungen auf Aktien, Anleiherenditen, den Dollar oder die Erwartungen zur Zinsentscheidung der Fed im September blieben gering. Analysten von Evercore ISI erklärten, Anleger schienen die Bemerkungen eher als politisches Dampfablassen denn als glaubwürdige politische Drohung zu werten.
Ökonomen warnten jedoch, dass eine tatsächliche Beschränkung des Handels in diesem Ausmaß einen erheblichen Angebotsschock für die US-Wirtschaft auslösen und den Inflationsdruck zu einem Zeitpunkt verstärken könnte, an dem die Fed bereits darüber diskutiert, ob die Zinsen weiter angehoben werden müssen.
Die Äußerungen erschweren zudem die Lage für Fed-Chef Kevin Warsh. Evercore argumentierte, dass politischer Druck für niedrigere Zinsen eine Zinserhöhung eher etwas wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher machen könnte, da die Entscheidungsträger die Unabhängigkeit der Fed wahren wollen. Die anstehenden Inflationsdaten bleiben der entscheidende Faktor für die Entscheidung im September.
Aktien in Bewegung
- Seltene-Erden-Aktien: Die Aktien legten zu, nachdem Berichten zufolge einige chinesische Seltene-Erden-Produzenten die Lieferungen in die USA angesichts geopolitischer Bedenken gestoppt hatten. USA Rare Earth (USAR) und Critical Metals (CRML) gewannen etwa 4%, während MP Materials (MP) und Energy Fuels (UUUU) um rund 3% zulegten.
- Smith & Wesson (SWBI): Die Aktie schoss um fast 12% in die Höhe, nachdem Quartalsgewinn und -umsatz die Erwartungen übertroffen hatten. Das Unternehmen meldete einen Gewinn von 6 Cent je Aktie bei einem Umsatz von $112.6 million und übertraf damit die Prognosen, die von einem Verlust von 6 Cent und einem Umsatz von $98.7 million ausgegangen waren.
- Samsara (IOT): Die Aktie sprang um 15%, nachdem das Softwareunternehmen einen stärker als erwarteten Ausblick vorgelegt hatte. Der Umsatz für das Gesamtjahr wird auf $2.04 billion bis $2.05 billion geschätzt, während auch die Prognose für den bereinigten Gewinn von 76 bis 78 Cent je Aktie über den Erwartungen lag.
- UiPath (PATH): Die Aktie fiel nach dem jüngsten Ausblick um mehr als 7%. Das Unternehmen erwartet für das laufende Quartal einen Umsatz von $440 million bis $445 million und ein bereinigtes operatives Ergebnis von etwa $100 million.
- Oxford Industries (OXM): Die Aktie brach um 17% ein, nachdem der Bekleidungshersteller seinen Jahresausblick gesenkt hatte. Der bereinigte Gewinn wird nun bei $1.60 bis $2 je Aktie erwartet, während die Umsatzprognose auf $1.43 billion bis $1.47 billion gesenkt wurde.
Beobachtungsliste: TSLA, XOM, COIN, MSTR, ADBE, ORCL, SNDK, MRVL, AAPL, UNFI, SPCX
Wichtige Wirtschaftstermine heute
Wirtschaftsdaten (EST)
- 06:00 AM — USD NFIB-Index für kleine Unternehmen
- 03:00 PM — USD Verbraucherkredite
Quartalszahlen
Vor Handelsbeginn: ABM Industries (ABM), United Natural Foods (UNFI)
Nach Handelsschluss: Casey's General Stores (CASY), GameStop (GME), Braze Inc. (BRZE)



