Steigende Anleiherenditen belasten Aktien 24/10/2024

Die wichtigsten Meldungen des Tages
Aktien in Bewegung:
- Die Fluglinienmechaniker von Boeing (BA) haben ein neues Tarifangebot abgelehnt, das eine Lohnerhöhung von 35% über vier Jahre vorsah, und setzen damit ihren Streik fort, der die Flugzeugproduktion im Raum Seattle seit über fünf Wochen weitgehend lahmlegt. Das Unternehmen dürfte im kommenden Jahr weiterhin mit Cashflow-Problemen kämpfen, da es nach dem Streik die Produktion hochfahren muss und sich verschärfter regulatorischer Kontrolle gegenübersieht.
- AT&T (T) übertraf unterdessen die Erwartungen und gewann im dritten Quartal mehr Mobilfunkkunden hinzu, womit sich die jüngste positive Dynamik fortsetzte.
- Die Aktie von Coca-Cola (KO) gab nach, da Anleger bezweifelten, wie lange das Unternehmen die Preise noch anheben kann, ohne den Getränkeabsatz zu belasten.
- Daneben soll Spirit Airlines (SAVE) mit der Frontier Group über eine mögliche Insolvenzanmeldung verhandeln, um eine Übernahme durch den Billigflieger-Konkurrenten zu ermöglichen.
Märkte & Geschehen des Tages:
- Die Märkte im asiatisch-pazifischen Raum gaben am Donnerstag mehrheitlich nach, nachdem US-Aktien über Nacht deutlich eingebrochen waren – der Dow Jones Industrial Average verzeichnete seinen schlechtesten Tag seit über einem Monat. In Asien entging Südkorea nur knapp einer technischen Rezession: Das BIP im dritten Quartal legte im Quartalsvergleich um 0,1% zu, nach einem Rückgang von 0,2% im zweiten Quartal.
- In den USA gaben alle drei wichtigen Indizes nach, wobei Dow und S&P 500 die dritte Verlustsitzung in Folge verzeichneten, belastet durch steigende Anleiherenditen. Der S&P 500 verlor 0,92%, der Dow gab um 0,96% nach, und der Nasdaq Composite fiel um 1,6%. Das „Beige Book“ der Federal Reserve verwies auf „begrenzte“ Entlassungen und einen etwas optimistischeren Konjunkturausblick und stellte fest, dass die Gesamtaktivität in den vergangenen sieben Wochen relativ flach geblieben sei, da Verbraucher preisbewusster wurden und die Industrieproduktion nachließ.
- Mit Blick nach vorn werden vor Handelsbeginn am Donnerstag wichtige Quartalszahlen von Unternehmen wie United Parcel Service, Honeywell, Northrop Grumman, Southwest Airlines und American Airlines erwartet. Zudem stehen im Tagesverlauf Konjunkturdaten an, darunter die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Neubauverkäufe und Baugenehmigungen.
Watchlist für heute: BA, TSLA, IBM, UNP, HON, UPS, KKR
Bitcoin
- Bitcoin hat in den letzten Tagen einen spürbaren Rückgang von über 3,7% verzeichnet, nachdem er zuvor auf ein 12-Wochen-Hoch gestiegen war. Nach kurzzeitigem Überschreiten seines Allzeithochs von 2021 bei $69.000 sah sich die Kryptowährung verstärktem Verkaufsdruck ausgesetzt, was bei vielen die Sorge weckt, dass eine tiefere Korrektur bevorstehen könnte. Die Kursrally brachte die Mehrheit der Bitcoin-Halter wieder in die Gewinnzone, was Bedenken schürte, dass anhaltende Gewinnmitnahmen die Preise weiter drücken könnten. Marktdaten zufolge befand sich nur ein kleiner Teil der Anleger im Verlust, während die meisten bei einem Bitcoin-Kurs um $67.000 Gewinne verbuchten.
- Zur Marktanspannung trägt bei, dass das Open Interest bei Bitcoin-Derivaten zuletzt ein Rekordniveau erreichte – ein Zeichen erhöhter Aktivität, während sich die Kryptowährung der kritischen Marke von $70.000 näherte. Viele fragen sich nun, ob dieser Anstieg des Interesses in naher Zukunft zu mehr Volatilität führen wird. Watchlist: Bitcoin: 65.200-69.780, Ethereum: 2530-2780, Solana: 160,00-172,50
Devisen
- Der japanische Yen (JPY) gewann am Donnerstag nach verbalen Interventionen von Beamten etwas an Boden und erholte sich teilweise von seinen jüngsten Verlusten. Ein leichter Rücksetzer beim US-Dollar (USD) half zudem, das Paar USD/JPY von seinem Mittwochshoch nahe 153,20 zu drücken. Weitere Yen-Gewinne dürften jedoch begrenzt bleiben angesichts von Zweifeln an der Fähigkeit der Bank of Japan, die Zinsen inmitten der Wahlunsicherheit anzuheben.
- Ähnlich verzeichnete das Paar EUR/USD während der asiatischen Handelssitzung eine moderate Erholung, beendete damit eine dreitägige Verlustserie und näherte sich der Marke 1,0800, gestützt durch einen Rückgang des USD. Vorsicht bleibt aufgrund unsicherer Fundamentaldaten jedoch geboten. Watchlist: EUR/USD: 1,0780-1,0900, USD/JPY: 150-153,50
Rohstoffe
- Rohölfutures beendeten ihre zweitägige Gewinnserie und gaben um über 1% nach, bedingt durch einen deutlichen Anstieg der US-Lagerbestände. US-Rohöl fiel um 97 Cent und schloss bei $70,77 pro Barrel, während die globale Benchmark Brent um $1,08 nachgab und bei $74,96 pro Barrel schloss. Die US-Energiebehörde EIA meldete, dass die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche um 5,5 Millionen Barrel gestiegen seien, wobei auch die Benzinbestände um 900.000 Barrel zulegten. Der Bericht weckte kaum Kaufinteresse, zumal die Preise bereits abwärts tendierten. Der Anstieg der Lagerbestände verstärkte lediglich den Abwärtsdruck auf die Ölpreise und machte Käufer zurückhaltend beim Wiedereinstieg in den Markt.
- Der Goldpreis (XAU/USD) verzeichnete am Mittwoch eine deutliche untertägige Kehrtwende und stürzte um rund $50 ab, nachdem er zuvor ein neues Allzeithoch nahe der Marke von $2.760 erreicht hatte. Die überkaufte Lage im Tageschart, gepaart mit steigenden US-Anleiherenditen und einem erstarkenden US-Dollar, löste eine Welle von Gewinnmitnahmen bei dem zinslosen Edelmetall aus. Politische Unsicherheit vor der US-Präsidentschaftswahl am 5. November sowie die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten sorgten jedoch für Unterstützung und halfen, die Abwärtskorrektur zu stoppen und die Preise über der Marke von $2.700 zu halten. Watchlist: GOLD 2680-2760, US Oil: 68,60-72,50
Das TEFS-Analystenteam wünscht Ihnen einen erfolgreichen Tag!



