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Gold und Bitcoin wieder im Fokus? 05/10/2026

4 min Lesedauer

Gold und Bitcoin wieder im Fokus? 05/10/2026

Marktüberblick

Die US-Aktienmärkte schlossen am Freitag höher und beendeten damit eine volatile Woche, nachdem ein schwächer als erwarteter Arbeitsmarktbericht die Sorgen vor einer weiteren Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Monat gedämpft hatte.

Der Dow Jones Industrial Average stieg um 250 Punkte bzw. 0.5% auf 51,176.46, während der S&P 500 um 0.7% auf 7,722.72 zulegte. Der Nasdaq Composite kletterte um 1.2% auf 27,190.86, nachdem er im Handelsverlauf zuvor ein Allzeithoch erreicht hatte.

Der Kursanstieg sorgte für etwas Erleichterung, nachdem stark gestiegene Anleiherenditen die Aktienmärkte einen Großteil der Woche über belastet hatten. Schwächere Arbeitsmarktdaten dämpften die Erwartungen an eine weitere geldpolitische Straffung der Fed, auch wenn die erhöhten Finanzierungskosten ein zentrales Risiko für Aktien bleiben.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen notiert weiterhin nahe ihrem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten, weshalb Anleger genau beobachten, ob höhere Zinsen letztlich das Wirtschaftswachstum und die Aktienbewertungen belasten könnten, selbst wenn die Fed die Zinsen unverändert lässt.

Technologiewerte führten die Rally am Freitag an, wobei Nvidia (NVDA) im Handelsverlauf ein Rekordhoch erreichte und den Nasdaq auf neue Höchststände trieb. Anleger werden nun beobachten, ob sich die von Technologiewerten getragene Dynamik in die neue Woche fortsetzen lässt.

Auch Gold und Bitcoin rücken wieder stärker in den Fokus. Eine weitere Entspannung bei den Anleiherenditen oder den Zinserwartungen an die Fed könnte beide Anlageklassen stützen, während anhaltende geopolitische Unsicherheit die Nachfrage nach alternativen Wertspeichern stärken dürfte. Umgekehrt könnte ein erneuter starker Anstieg der Renditen diese Dynamik rasch infrage stellen.

Am Montag richtet sich der Blick auf den ISM-Dienstleistungsindex, gefolgt vom Protokoll der Fed-Sitzung vom September am Mittwoch und der vorläufigen Verbrauchervertrauensumfrage der University of Michigan für Oktober am Freitag.

Auch Unternehmenszahlen bleiben im Fokus: Unter anderem werden Constellation Brands (STZ), Levi Strauss (LEVI), PepsiCo (PEP) und Delta Air Lines (DAL) in dieser Woche ihre Ergebnisse vorlegen.

Angesichts eines relativ ruhigen Wirtschaftskalenders dürften Anleiherenditen, geopolitische Entwicklungen und Unternehmensgewinne die wichtigsten Markttreiber bleiben — während Gold und Bitcoin einen weiteren wichtigen Indikator für die Risikobereitschaft der Anleger liefern könnten.

Oktobers gruseliger Ruf mag übertrieben sein — doch die Risiken nehmen zu

Der Oktober gilt als Monat der Marktturbulenzen, doch fast ein Jahrhundert Börsengeschichte deutet darauf hin, dass er für Aktien nicht so gefährlich ist, wie Anleger vielleicht annehmen.

Seit 1928 verzeichnete der S&P 500 im Oktober im Schnitt ein Plus von 0.5% und beendete den Monat laut Dow Jones Market Data in 58% der Fälle im Plus. Damit zählt der Oktober zwar zur schwächeren Hälfte des Kalenderjahres, doch nur der Februar und der September wiesen im selben Zeitraum negative Durchschnittsrenditen auf.

Der Ruf des Oktobers geht vor allem auf mehrere historische Börsencrashs und Baisse-Tiefpunkte zurück, darunter 1929, 1987, 2008 und 2022.

In diesem Jahr haben Anleger jedoch Grund zur Vorsicht. DataTrek-Research-Mitgründer Nicholas Colas verwies auf steigende Anleiherenditen und eine zunehmend enge Marktführerschaft als zentrale Schwachstellen. Ein Großteil des Marktes geriet im September unter Druck, während KI-nahe Technologiewerte die großen Indizes relativ widerstandsfähig hielten.

Diese Konzentration könnte zu einem größeren Risiko werden, sollten die Anleiherenditen weiter steigen. Starke Gewinnerwartungen haben KI-Aktien bislang vor höheren Zinsen abgeschirmt, doch dauerhaft erhöhte Finanzierungskosten könnten letztlich selbst die stärksten Werte des Marktes unter Druck setzen.

Die Geschichte liefert den Bullen dennoch Argumente. In Zwischenwahljahren seit 1950 verzeichnete der S&P 500 im Monat vor dem Wahltag im Schnitt ein Plus von 3.9%. Zudem war das vierte Quartal historisch betrachtet die stärkste Phase des Jahres für US-Aktien.

Vorerst bleiben die Anleiherenditen die entscheidende Variable. Die Rally am Freitag zeigte, dass nachlassende Renditen die Risikobereitschaft rasch wiederbeleben können, während ein erneuter starker Anstieg die Aktienmärkte erneut unter Druck setzen könnte.

Anleger werden zudem den VIX auf Anzeichen von Nervosität im Blick behalten. Der Volatilitätsindex schloss am Freitag bei etwa 15.5, was darauf hindeutet, dass die Märkte trotz Schwachstellen unter der Oberfläche relativ ruhig bleiben.

Angesichts der Fed-Politik, erhöhter Anleiherenditen und einer engen Marktführerschaft verdient der Oktober seinen furchteinflößenden Ruf vielleicht nicht — doch die Ausgangslage lässt wenig Raum für Selbstgefälligkeit.

Aktien in Bewegung

  • Tesla (TSLA): Die Aktie stieg um 5%, nachdem die Auslieferungen im dritten Quartal die Erwartungen der Wall Street übertrafen. Tesla lieferte im Quartal 486,532 Fahrzeuge aus, mehr als die von Analysten erwarteten 461,100.
  • Broadcom (AVGO): Die Aktie legte um mehr als 3% zu, nachdem Berichten zufolge der Chiphersteller zugestimmt hatte, Anthropic eine Finanzierung von bis zu $42 billion zur Unterstützung von Infrastrukturkäufen bereitzustellen, darunter Chips und andere Computer-Hardware.
  • Nike (NKE): Die Aktie fiel um fast 6%, nachdem der Umsatz im ersten Fiskalquartal die Erwartungen verfehlte. Die Verkäufe sanken um 4%, belastet durch anhaltende Schwäche in China, während das Unternehmen zudem Pläne für einen Stellenabbau ab 2027 ankündigte.
  • ON Semiconductor (ON), Synaptics (SYNA): Synaptics sprang um 14% nach oben, und ON Semiconductor legte um mehr als 5% zu, nachdem ON sein Übernahmeangebot für Synaptics auf $123 per share erhöht hatte, womit der Deal mit rund $5.7 billion bewertet wird.
  • Nexalin Technology (NXL): Die Aktie brach um 26% ein, nachdem das Medizintechnikunternehmen eine zehnjährige Vertriebs- und Fertigungsvereinbarung mit Inovanexa Medical Technologies bekanntgab, die eine frühere Absichtserklärung ersetzt.

Beobachtungsliste: TSLA, ON, MSTR, COIN, XOM, CVX, AEHR, GOOGL, META, SPCX, RKLB

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